Innerschwyz - Strom-Check für Haushalte und KMUs

Projektbeschrieb

Mit dem Strom-Check wurden Hauseigentümer und Mieter für das Potenzial von Betriebsoptimierungs- und Sofortmassnahmen im Strombereich sensibilisiert. Aufgrund der tiefen Energiepreise werden die Potenziale zur Effizienz- und oft auch Komfortsteigerung nicht erkannt oder nicht angegangen. 

Der Strom-Check ist eine Dienstleistung für Privathaushalte und kleinere KMUs mit Empfehlungen zu Sofortmassnahmen. Angesprochen sind Haushalte mit einem überdurchschnittlich hohen Stromverbrauch (> 6’000 kWh/Jahr) und KMU-Betriebe mit einem niedrigen Stromverbrauch (< 100’000 kWh/Jahr). Anlässlich des Checks wird der Stromverbrauch im Gebäude analysiert, durch Sofortmassnahmen optimiert und es werden weitergehende Massnahmen empfohlen. Durch die Sofortmassnahmen können im Haushalt rund 5 bis 10 % des Stromverbrauchs eingespart werden. 

Die Beratungen wurden durch Energieberater der Energieversorgungsunternehmen (EVU’s) ebs Energie AG (ebs), Elektrizitätswerk Schwyz AG (EWS) und Gemeindewerke Arth (GWA) zu einem reduzierten Stundenansatz erbracht. Dank dem Förderbeitrag und den Beiträgen der EVUs konnte der Strom-Check zu einem Preis von 100.- Franken für private Kunden angeboten werden. 

Zum Projekt gehörte auch ein Kommunikationskonzept zur Bewerbung des Beratungsangebotes. Das Kommunikationskonzept beinhaltete die Informationsstreuung durch die Gemeinden und in Bezirksbotschaften, Informationen in den EVU-Kundenzeitschriften und Inserate in Tageszeitungen mit Testimonials von regionalen Prominenten, die das Projekt befürworten. Zusätzlich wurde ein Wettbewerb auf allen Schulstufen durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit Stromverbrauchsanalysen und Stromsparmassnahmen auseinander und dokumentierten ihre Erkenntnisse per Videoaufnahmen.

Im Projektzeitraum 2016/ 2017 setzte man sich das Ziel, insgesamt 240 Beratungen durchzuführen.

Energie-Region

Innerschwyz, 8 Gemeinden, insgesamt rund 36‘000 Einwohner



Projektstand

Bewirtschaftung

Kosten und Finanzierung

Insgesamt umfasste das Projektbudget rund 117'000.- Franken. Finanziert wurde dies durch Beiträge des BFE, Kanton, Bezirk der Energie-Region und den EVUs, inkl. Eigenleistungen. 

Zeitdauer

Bereits Ende 2016 wurde das Projekt kommuniziert und der Wettbewerb gestartet. Das Angebot des Strom-Checks wurde im zweiten Halbjahr 2017 nochmal beworben und lief bis Ende Jahr. Durch den Rückhalt der Energiestrategie 2050 und der angepassten Gesetzgebung erhofft man sich gegenüber der Thematik Energie eine verbesserte Sensibilisierung und Bereitschaft seitens der Bevölkerung. Aus diesem Grund möchte die Region an der Dienstleistung Strom-Check festhalten und diesen zu einem selbsttragenden Produkt weiterentwickeln. 

Involvierte Akteure

Der Strom-Check wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bezirk Schwyz, dem Kanton Schwyz und den EVUs ebs, EWS und GWA auf der Stufe Beratungsprozess und Beratungsgrundlagen entwickelt. Mit dem Strom-Check wurden die Kunden der drei EVU in allen Gemeinden der Energie-Region angesprochen. Bei den Kommunikationsmassnahmen des Projektes waren sowohl die Gemeinden wie auch deren Energiestadtberater involviert. 

Interkommunale Zusammenarbeit/ Beitrag der Gemeinde

Die Energie-Region weist denselben Perimeter wie der Bezirk Schwyz auf und wird durch eine Steuergruppe koordiniert. Die Gemeinden werden an zwei bis drei Tagungen im Jahr miteinbezogen. Im Jahr 2017 wurde zwischen Bezirk, Gemeinden, Kanton und EVU eine Zusammenarbeitsvereinbarung abgeschlossen, welche den Grundstein für eine institutionalisierte Zusammenarbeit und einen stärkeren Einbezug der Gemeinden legt.

Das Projekt wurde durch den Bezirk Schwyz in Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Stromversorgern geleitet und koordiniert. In der Umsetzung der Kommunikationsmassnahmen übernahmen die Gemeinden eine zentrale Rolle. 

Die Zusammenarbeit im Projekt wird von den EVUs und dem Kanton als Erfolg gewertet. In der Kommunikation zu den Gemeinden und Kunden sehen die Beteiligten jedoch noch Verbesserungspotenzial, welches mit den Projekten in den folgenden Jahren angegangen werden soll.

Erfolge

Seit Start der Kampagne im Januar bis im Herbst 2017 konnten 74 Strom-Checks vorwiegend bei Haushaltskunden durchgeführt werden. Insgesamt wurde dabei ein Stromverbrauch von rund 670'000 kWh bedient. Durch den Strom-Check können rund 5 bis 10 Prozent des Stromverbrauchs reduziert werden. Die beteiligten EVUs und deren Berater konnten sich mit der Dienstleistung identifizieren und haben wirkungsvolle Beratungen erbracht, z.B. mit direktem Austausch von Glühlampen durch LED-Lampen vor Ort. 

Besonders an diesem Projekt ist die Zusammenarbeit mit den EVUs sowie die umfassenden Kommunikationsmassnahmen, welche die Schulen sowie Persönlichkeiten der Region involvierte.

Herausforderungen

Ab Juni 2017 ist die Nachfrage nach Strom-Checks deutlich zurückgegangen. Daher wurde im Herbst 2017 ein zweites Mal Werbung gemacht, um bis Ende Jahr weitere Beratungen durchführen zu können.

Das Ziel von 240 Beratungen konnte nicht erreicht werden, auch mit einer zweiten Vermarktung wird diese Zahl nicht erreicht werden können. 

In der Region ist das Thema der Energie auf Haushalts- und Gemeindeebene noch zu wenig stark verankert. Dazu kamen während der Projektdauer intensive, teilweise kontroverse politische Kampagnen zum Thema Energie. Diese erschwerten den EVUs die Positionierung mit Strom-Check.

Regionale Bedeutung
Das Projekt hat einen erweiterten Wirkungskreis als die beteiligten Gemeinden, da die EVUs welche bei der Energie-Region involviert sind ein grösseres Versorgungsgebiet haben.
Nachhaltige Perspektive
Durch die Effizienzmassnahmen wird eine Reduktion des Energieverbrauchs erreicht. Durch die Kommunikationsmassnahmen und den Wettbewerb hat man die Bevölkerung und Schulkinder auf die Thematik sensibilisiert. Die eingereichten und bewerteten Videos der SchülerInnen sind hier sichtbar.
„Tipps und Tricks“

Der Ersatz von Leuchtmitteln durch LED-Produkte während dem Beratungsgespräch fand bei den Kunden gute Akzeptanz und wurde sehr geschätzt. Selbst bereits bei «energieaffinen» Kunden, welche sich für einen Strom-Check meldeten, konnte mit der vor-Ort-Berartung ein weiteres Handlungspotential aufgezeigt werden. Die direkte Anschrift von Kunden mit Flyer und Hinweis auf die Dienstleistung am Telefon bei Anfragen zur Stromrechnung oder Verbrauch bringen den grössten Rücklauf.