Meilen - Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Liegenschaften

Projektbeschrieb

Viele Gemeinden verfügen über Bauten, welche geeignete Dächer für Photovoltaikanlagen haben. Die grundsätzliche Eignung von einzelnen Dächern von Gebäuden kann über die interaktive Anwendung www.sonnendach.ch erfahren werden. Diese Anwendung deckt momentan 80% der Schweiz ab und bis Mitte 2018 ist die ganze Schweiz verfügbar. 

Es wird grundsätzlich nicht als öffentliche Aufgabe angesehen, in Solarmodule und deren Installation zu investieren. Viele Mieter befürworten jedoch Photovoltaik-Anlagen, aber besitzen keine Dächer. Dieses Potenzial kann mit einem Modell ausgeschöpft werden, das in der Stadt Zürich bereits mit grossem Erfolg praktiziert wird und nun auch in der Energie-Region Bezirk Meilen erfolgreich umgesetzt wird.

Dabei stellt die Gemeinde ihre geeigneten Dachflächen unentgeltlich zur Verfügung und die Einwohner können sich mittels Bezugsrechten an den Solaranlagen beteiligen. Als Rendite wird den Kunden über 20 Jahre eine entsprechende Anzahl Kilowattstunden auf der Energierechnung gutgeschrieben. Ein Haushalt kann so einen Teil des Strombedarfs mit Solarstrom aus der eigenen Gemeinde decken.

Innerhalb kurzer Zeit konnten 100% der Bezugsrechte für die erste Photovoltaik-Anlage in Meilen verkauft werden. Ein solarMeilen Bezugsrecht kostete jeweils 300 Fr., wodurch dem Käufer eine Energiemenge und ein ökologischer Mehrwert über 20 Jahre von 2000kWh gutgeschrieben werden. 

Die erste Solarstromanlage auf dem Nordteil des Neubaus Schulhaus Feldmeilen wird voraussichtlich 2018 realisiert. Im Moment können Bezugsrechte für die zweite Anlage auf dem Südteil desselben Gebäudes erworben werden. Weiter ist die Lancierung des Modells in Uetikon am See geplant. Sowohl Meilen, als auch Uetikon am See haben denselben Stromversorger. Weiter ist ausserdem die Erweiterung des Projektes auf Männedorf und Herrliberg (andere Stromversorger), sowie eine Analyse des Modells und allfällige Weiterentwicklungen des Investitonsmodells angedacht.

Copyright: ARGE neon deiss, Visualisierung: Rafael Schmid Architekten

Energie-Region

Energie-Region Bezirk Meilen, 4 Gemeinden, insgesamt 36‘000 Einwohner



Projektstand

Realisierung und Bewirtschaftung

Kosten und Finanzierung

Bisher beliefen sich die Projektkosten auf ca. 50‘000 Fr., rund 15‘000 Fr. davon wurde mit Fördergeldern des Projektes Energie-Region des Bundesamtes für Energie gedeckt. Die restlichen Kosten wurden durch Eigenleistungen der Gemeinden sowie der Gemeindewerke getragen. 

Sobald 80% der Investitionskosten durch Käufe von Bezugsrechten gedeckt sind, kann eine Anlage realisiert werden. Die Kosten für eine Anlage ist abhängig von deren Grösse.

Zeitdauer

Das Projekt wurde 2016 gestartet und Ende Februar 2017 waren sämtliche Bezugsrechte für die 1. Photovoltaik Anlage verkauft. Das Baugesuch wurde Anfang Oktober 2017 eingereicht und der Bau der Anlage ist im Frühling 2018 geplant. Weitere Anlagen werden folgen. 

Involvierte Akteure

Das Projekt wurde von der Gemeinde Meilen lanciert. Durch den Verkauf von Bezugsrechten wurde die lokale Bevölkerung einbezogen. Ausserdem übernimmt das regionale Energieversorgungsunternehmen Energie und Wasser Meilen AG die Planung, den Bau und Betrieb der Anlagen.

Interkommunale Zusammenarbeit/ Beitrag der Gemeinde

Ein Erfahrungsaustausch zwischen den Gemeinden fand statt, sodass nach der Testphase in der Gemeinde Meilen nun die Durchführung des Projektes in den anderen Gemeinden angedacht ist. 

Erfolge

Alle Bezugsrechte der ersten Photovoltaikanlage wurden innerhalb kurzer Zeit durch die Einwohner gekauft. Das Modell erleichtert die Partizipation der Bevölkerung, insbesondere auch Mieter, in der Zielerreichung der Energiestrategie 2050. Mit Hilfe jeder Photovoltaik-Anlage auf einem öffentlichen Gebäude können die Einwohner einen Beitrag zur CO2-Reduktion, einen Beitrag zur Energiestadt Meilen und zur Energiestrategie 2050 des Bundes leisten. 

Herausforderungen

Bisher keine, da das Projekt sehr gut verlaufen ist.

Regionale Bedeutung

Durch den Standort der Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden haben die Gemeinden eine Vorbildwirkung für weitere Gemeinden sowie Hauseigentümer. 

Nachhaltige Perspektive

Das Potenzial der Solarenergie ist gross und noch nicht ausgeschöpft. Durch die Produktion von Strom mit einer Photovoltaik-Anlage kann ein Beitrag zur CO2-Reduktion geleistet werden und durch die Partizipation der Bevölkerung am Projekt setzt sie ein deutliches Zeichen für eine innovative und ökologische Stromproduktion und leistet so einen direkten Beitrag zum Erreichen der Energiewende. 

„Tipps und Tricks“

Für ein Gelingen des Projektes müssen der Bevölkerung attraktive Preise und ein unkompliziertes Vorgehen bei der vertraglichen Umsetzung garantiert werden. 

Die Gewährleistung der Versorgungsgarantie bei Umzügen innerhalb des Versorgungsgebietes muss gewährleistet werden können. 

Kontakt