Immer mehr Schweizer Städte und Vertreter aus der Privatwirtschaft entwickeln innovative Ansätze, welche dank Vernetzung verschiedener Akteure und dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien die effiziente Nutzung von Ressourcen sowie die Optimierung öffentlicher Dienstleistungen fördern. Die Smart City Innovation Challenge (SCIC) bezweckt, in den Schweizer Städten die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure zu unterstützen, neue Smart City-Ansätze und -Initiativen zu fördern und schliesslich deren Mehrwert sichtbar zu machen.

Gewinner 2020

Die Faktenblätter zu den Gewinnern 2020 werden in Kürze veröffentlicht. Erste Informationen finden Sie hier.

Gewinner 2019

Kategorie Projekt
Energie gesamtheitlich mit den Quartier-Bewohnenden gedacht
Energiequartier Notkersegg (St. Gallen)

Mit dem Projekt „Energiequartier Notkersegg“ gehen die Stadtwerke St. Gallen eine klassische Herausforderung im Bereich der intelligenten Energieversorgung in Quartieren mit smarten Technologien an. Dabei steht die Energieoptimierung des Eigenverbrauchs von Bestandsimmobilien (Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern) im Vordergrund. Um dies zu erreichen werden neue Grundlagen für die Themen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, Eigenverbrauchsoptimierung und Energieeffizienz sowie für die Schaffung eines (selbst-)optimierenden Gesamtsystems geschafft. Parallel dazu sind neue Wärmeversorgungslösungen (Erdsonden-Wärmepumpe, Wärmespeicher) sowie PV-Anlagen mit Eigenverbrauchsgemeinschaften und Quartier-Batteriespeicher in Planung. Mit der erfolgreichen Erprobung des integralen Energiemanagements ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Ausweitung (Skalierbarkeit) der Lösung auf andere Quartiere und Städte möglich. Ergänzend dazu wird momentan ein zugehöriges Geschäftsmodell entwickelt.

Themenfelder: Smart Energy+Environment, Smart People

Ziele und Innovation

Erreichung der maximalen Energieeffizienz (Wärme, Strom und Mobilität) durch die Möglichkeit, die einzelnen Sektoren intelligent miteinander zu koppeln.

Bereitstellung eines integralen Energiemanagements zur Energieoptimierung für Reihen- und Mehrfamilienhäuser um Themen der «Smart Energy» in den Wohnungsbestand und nicht ausschliesslich Neubaugebiete zu bringen.

Einbindung der Einwohnenden in Energiethemen von Morgen «auf Augenhöhe» und die Erprobung der Lösung im Quartier.

  • Projektträger: Stadtwerke St. Gallen, 9001 St. Gallen
  • Kosten: ca. CHF 250'000
  • Ersparnisse: Nicht genau bezifferbar
  • Potenzial: Eine weitere Verbreitung innerhalb der Stadt St. Gallen ist auch für andere Quartiere gegeben. Eine Bereitstellung der Lösung für andere Schweizer Städte bzw. Stadtwerke ist angedacht.
  • Partner: Stadt St. Gallen, Edion AG und die Quartierbewohnenden
  • Kontakt: Franz Osterkorn, Stadtwerke St. Gallen

Kategorie Projekt
Physischer und digitaler Dorfplatz für ein smartes Eschlikon

Die Gemeinde Eschlikon beabsichtigt zusammen mit Partnern ein  funktionierendes Coworking-Angebot im Charakter eines physischen Dorfplatzes zu lancieren. Dieser soll gleichzeitig mit einem digitalen Dorfplatz ergänzt werden. Dabei sollen die Verwaltung, die Gesellschaft und die Wirtschaft intelligent vernetzt werden, um die Entwicklung der Gemeinde mit der Bevölkerung voranzutreiben. Dies in einer kleinen Gemeinde, die über wenig eigene Ressourcen verfügt.

Themenfelder: Smart People, Smart Government, Smart Living

Ziele und Innovation

Aufbau Coworking-Betriebe (physischer Dorfplatz in den Räumen einer Bank), die zur Gemeindeentwicklung beitragen. Es geht darum, eine lokale Gruppe/Trägerschaft aufzubauen.

Etablierung eines cleveren Zusammenlebens in der Gemeinde. Es handelt sich um einen digitalen Dorfplatz, der Facebook und weitere Informationskanäle für die Eschlikoner und ihre Verwaltung ersetzen soll.

Einbindung von Inhalten und Resultaten weiterer Smart City Projekte, welche die Gemeinde Eschlikon vorantreibt.

  • Projektträger: Gemeinde Eschlikon, TG
  • Kosten: ca. CHF 100'000
  • Ersparnisse: Nicht genau bezifferbar. Coworking hat ein grosses Potenzial, die Mobilität zu reduzieren.
  • Potenzial: Die Erkenntnisse können in diversen weiteren Projekten verwendetwerden. Gleichzeitig werden sie in die Region getragen und können so ggf. ins Agglomerationsprogramm IV einflliessen.
  • Partner: VillageOffice Genossenschaft, Crossiety AG
  • Kontakt: Hans Mäder, Gemeindepräsident Eschlikon
  • Faktenblatt hier downloaden

Kategorie Projekt
Intermodales Mobilitätserlebnis am Rheinfall

Intermodale Mobilitätsdienstleistungen und Kundenlenkung sind ein zentrales Anliegen des modernen Mobilitätsmanagements und auch dieses Projekts. In Schaffhausen wird ein neues Mobilitätselement in eine bestehende Kette eingefügt und auf Praxistauglichkeit und Akzeptanz getestet. Es geht um eine Reise vom Bahnhof Schaffhausen, via Neuhausen mittels selbstfahrendem Shuttle und schliesslich dem Lift zum tieferliegenden Rheinfall, der ein Touristenmagnet der Schweiz ist. Durch die Abstimmung von Schnittstellen mittels Sensoren zwischen Lift und Shuttle soll der Aufzug mit dem laufenden ÖV-Betrieb gekoppelt werden. Das Projekt verbindet bereits existierende Elemente mit einer innovativen Sensorik. Durch Kommunikationsmassnahmen entlang der Verkehrskette wird der Passagier auf die Innovation aktiv aufmerksam gemacht und kann vom Zusatznutzen profi tieren. Rückmeldungen werden gesammelt und verarbeitet.

Themenfelder: Smart Mobility, Smart Energy and Environment, Smart Economy

Ziele und Innovation

Prüfung und Entwicklung neuer, ganzheitlicher Mobilitätslösungen an einem bestehenden Ort mit hohen Nutzerzahlen mittels eines neuen Moduls unter Einbindung verschiedenster Partner und neuer Technologieanwender.

  • Projektträger: Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH
  • Kosten: ca. CHF 130'000
  • Ersparnisse: bisher unbeziffert
  • Potenzial: nicht abschätzbar
  • Partner: AMoTech GmbH, Emch Aufzüge AG, Stadt Schaffhausen, Regional- und Standortentwicklung Kanton Schaffhausen
  • Kontakt: Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH; Christoph Wahrensberger
  • Faktenblatt hier downloaden

Kategorie Projekt
Innovation im Untergrund

Wenn es regnet, fliesst Abwasser (Mischwasser) entlang von unterirdischen Kanälen zur Abwasserreinigungsanlage. Dort wird dieses in Regenklärbecken gespeichert und vorbehandelt. Diese Becken haben aber nur eine beschränkte Kapazität, und wenn sie voll sind, muss Mischabwasser in die Gewässer eingeleitet werden. Das ist nicht erwünscht, und es gilt neue Lösungen zu finden. Hier setzte das Projekt aus St. Gallen an. Folgende Ziele sollten erreicht werden:

Optimale Bewirtschaftung der bestehenden Klärbecken
Es sollten mehr der verfügbaren Volumen zur Speicherung und Vorbehandlung von Mischabwasser aktiviert werden.

Management der Abwassermengen
Es sollten die notwendigen Mischabwasserentlastungen von den kleinen, sensiblen Bächen zu den grösseren, belastbareren Gewässern verschoben werden.

Echtzeit-Systembetrachtung und Steuerung
Während Regenwetter sollte unnötiges Pumpen von Mischabwasser vermieden werden.

Themenfelder: Smart Energy and Environment

Ziele und Innovation

Dank der modernen Messtechnologie und neuen Möglichkeiten der Informationsvernetzung wurde es möglich, mittels einer intelligenten Steuerung grosse Potentiale zu nutzen:

– Bessere Ausnützung der bestehenden Regenklärbecken (und Vermeidung von Neubauten)

– Entlastung der kleinen, sensiblen Bäche durch weniger Mischwasser (Gewässerschutz)

– Vermeidung von unnötigem Pumpen von Abwasser und Reduzieren des Energieverbrauchs

  • Projektträger: Stadt St. Gallen
  • Kosten: ca. CHF 100'000 für die Entwicklung der Steuerung und Software
  • Ersparnisse: Energiekosten CHF 12‘000 Jahr
  • Potenzial: In der Schweiz bestehen rund 900 Abwasserbetriebe, die ein ähnliches Potenzial aufweisen dürften.
  • Partner: Hunziker Betatech AG
  • Kontakt: Hanspeter Bauer, Entsorgung St. Gallen, Leiter Abwasserbetriebe
  • Faktenblatt hier downloaden