Immer mehr Schweizer Städte und Vertreter aus der Privatwirtschaft entwickeln innovative Ansätze, welche dank Vernetzung verschiedener Akteure und dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien die effiziente Nutzung von Ressourcen sowie die Optimierung öffentlicher Dienstleistungen fördern. Die Smart City Innovation Challenge (SCIC) bezweckt, in den Schweizer Städten die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure zu unterstützen, neue Smart City-Ansätze und -Initiativen zu fördern und schliesslich deren Mehrwert sichtbar zu machen.
Gewinner 2020
Kategorie Projekt
Wenn Haushalte den Eigenverbrauch optimieren und zu Händlern von erneuerbarem Strom werden
Der direkte Austausch von lokal und erneuerbar produziertem Strom in der Nachbarschaft ist eine interessante Möglichkeit, um die Transformation des Energiemarkts in Richtung Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung voranzutreiben. Aufbauend auf den Erfahrungen eines Vorgängerprojektes in Walenstadt / SG wird eine Software für Energieversorger entwickelt, mit dem sie einen lokalen Strommarkt für Kunden in ihrem Versorgungsgebiets anbieten können.
37 Haushalte in Walenstadt handeln im Rahmen des Vorgängerprojekts bereits seit 2019 lokalen Strom untereinander. Ihr Nutzererlebnis soll mit dem neuen Produkt verbessert und erweitert werden. Zudem sollen 63 neue Haushalte am lokalen Strommarkt teilnehmen und so den Schritt von passiven Endverbrauchern zu aktiven Marktteilnehmern machen.
Im Kern des Projekts sollen die Kunden auf eine inspirierende Reise mitgenommen werden, die ihnen schliesslich den Ausbau erneuerbarer Energien nahelegt. Gleichzeitig soll der Eigenverbrauch der Haushalte und der Gemeinschaft als Ganzes durch gezielte Marktsignale gesteuert und optimiert werden.
Themenfelder: Smart Energy+Environment, Smart People

Ziele und Innovation

Quartierstrom 2.0 soll den Teilnehmern das Thema erneuerbare Energie näherbringen. Das Projekt macht es den Haushalten leichter, ihren Stromverbrauch in die Produktionszeiten der lokalen Solaranlagen zu verlegen. So erfahren sie einen finanziellen und emotionalen Mehrwert. Die Teilnehmenden sollen motiviert werden, eine aktive Rolle in der Energieproduktion zu übernehmen.
Hierzu trägt auch die lokale Gemeinschaft bei, die dem einzelnen Haushalt das Gefühl vermittelt, Teil einer grösseren Bewegung zu sein.
Die Entwicklung einer Software für einen lokalen Energiemarkt als skalierbares Produkt ist das übergeordnete Ziel des Projekts.
Weitere Ziele sind:
Kompatibilität mit verschiedenen gängigen Smart Metern für Echtzeitdaten (spezifische Schnittstellenprogrammierung, Migration & Evaluierung)
Bereitstellung neuer App-Funktionalitäten für Endkunden (intelligente Strompreise, bilaterale Verträge zwischen den Marktteilnehmern)
Steuerung der vorhandenen Flexibilitäten (Intelligente Einbindung von Warmwasserboilern durch die Nutzung von Echtzeit-Marktsignalen zur Lastverschiebung)

  • Projektträger: Exnaton AG i. Gr., Zürich
  • Kosten: ca. CHF 265'000
  • Ersparnisse: Derzeit nicht genau bezifferbar
  • Potenzial: Der Prototyp aus dem Vorgängerprojekt soll zum skalierbaren Produkt ausgebaut werden, sodass weitere Pilotprojekte mit anderen Energieversorgern in der Schweiz und darüber hinaus umgesetzt werden können. Nachdem im Rahmen des Projekts die minimalen Hardware- und Kommunikationsvoraussetzungen definiert worden sind, können in weiteren Versorgungsgebieten geeignete Smart Meter ausgerollt und auf die Plattform migriert werden.
  • Partner: Wasser- und Elektrizitätswerk Walenstadt, Exnaton AG i. Gr., Sprachwerk GmbH, EnergieSchweiz
  • Kontakt: Liliane Ableitner, Projektleiterin Exnaton AG i. Gr., Zürich, www.exnaton.com
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Kategorie Projekt
Neue Vernetzungsmöglichkeiten in Quartieren und Stadtteilen des Kantons Solothurn

Die Städte Grenchen, Solothurn, Olten, Zuchwil sowie die Region Thal und der Kanton Solothurn setzen sich seit über 10 Jahren gemeinsam mit zahlreichen Partnern für die Förderung einer nachhaltigen Mobilität im Kanton ein. Dabei liegt der Fokus auf geeigneten Massnahmen in der Bevölkerung, in Schulen, Unternehmen und in der Kommunikation. Die Herausforderungen im Bereich Mobilität bleiben unvermindert gross, weshalb das Programm so!mobil auf bisherigen Aktivitäten aufbauend ihr Engagement verstärken will.

Mit der Konzentration auf «Smart Sharing»-Ansätze kann das Projekt «smart!mobil» das Potenzial von Quartieren oder Stadtteilen und deren Bewohnenden nutzen und neue Impulse setzen. Die Beteiligten wollen gute Rahmenbedingungen schaffen, um mit Sharing-Massnahmen eine nachhaltige Mobilität zu fördern.

Themenfelder: Smart Energy+Environment, Smart Mobility

Ziele und Innovation

Es sollen vorhandene Sharing-Angebote in den beteiligten Städten und Gemeinden besser genutzt und verknüpft werden. Dabei setzen die Städte auf vorhandene smarte Technologien und interaktive Kommunikation.

Das Potenzial von Quartieren und Stadtteilen wird gezielt genutzt. Die Nutzung von Sharing-Angeboten wird in der lokalen Bevölkerung verankert und die soziale Norm positiv beeinflusst. Durch eine aktive Beteiligung der Bevölkerung vor Ort soll einer Veränderung des Verhaltens begünstigt werden.

Mit ihrem Engagement nehmen die Städte eine Vorbildfunktion ein und stossen eine neue Dynamik im Mobilitätsmanagement an. Damit streben sie langfristig eine effiziente, sozialund umweltverträgliche Gestaltung des Verkehrs an.

Das Thema «Sharing Mobility» wurde bisher vor allem von grösseren Städten aktiv angegangen. Mit dem Projekt wollen sich nun auch kleinere Städte und Gemeinden für Sharing-Angebote aktiv engagieren. Unterschiedliche Ansätze können getestet und die zielführendsten Massnahmen anschliessend weiterentwickelt werden.

  • Projektträger: Programm so!mobil; www.so-mobil.ch
  • Kosten: ca. CHF 285'000
  • Ersparnisse: Nicht genau bezifferbar.
  • Potenzial: Das grösste Multiplikations-Potenzial liegt bei den teilnehmenden Gemeinden. Massnahmen, die in einem Quartier funktionieren, können Impulse für die Umsetzung einer ganzen Stadt und Gemeinde generieren. Somit würden nicht nur die ursprünglichen Zielgruppen in den einzelnen Quartieren profitieren, sondern ein weitaus grösserer Teil der jeweiligen Einwohnenden.
  • Partner: Städte und Gemeinden: Grenchen, Olten, Solothurn,
    Zuchwil und Region Thal || Kanton Solothurn, Kantonale Ämter (ARP, ASO, AfU, AWA, Sportfachstelle, Polizei) || PostAuto AG, BGU, BOGG, BSU, SBB, A-Welle, Libero, diverse Mobilitätsanbieter || Lokale Vereine, Verbände und Organisationen || Kommunikationsagentur || EnergieSchweiz
  • Kontakt: Jeanine Riesen, Projektleiterin so!mobil, Solothurn
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Gewinner 2019

Kategorie Projekt
Energie gesamtheitlich mit den Quartier-Bewohnenden gedacht
Energiequartier Notkersegg (St. Gallen)

Mit dem Projekt „Energiequartier Notkersegg“ gehen die Stadtwerke St. Gallen eine klassische Herausforderung im Bereich der intelligenten Energieversorgung in Quartieren mit smarten Technologien an. Dabei steht die Energieoptimierung des Eigenverbrauchs von Bestandsimmobilien (Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern) im Vordergrund. Um dies zu erreichen werden neue Grundlagen für die Themen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, Eigenverbrauchsoptimierung und Energieeffizienz sowie für die Schaffung eines (selbst-)optimierenden Gesamtsystems geschafft. Parallel dazu sind neue Wärmeversorgungslösungen (Erdsonden-Wärmepumpe, Wärmespeicher) sowie PV-Anlagen mit Eigenverbrauchsgemeinschaften und Quartier-Batteriespeicher in Planung. Mit der erfolgreichen Erprobung des integralen Energiemanagements ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Ausweitung (Skalierbarkeit) der Lösung auf andere Quartiere und Städte möglich. Ergänzend dazu wird momentan ein zugehöriges Geschäftsmodell entwickelt.

Themenfelder: Smart Energy+Environment, Smart People

Ziele und Innovation

Erreichung der maximalen Energieeffizienz (Wärme, Strom und Mobilität) durch die Möglichkeit, die einzelnen Sektoren intelligent miteinander zu koppeln.

Bereitstellung eines integralen Energiemanagements zur Energieoptimierung für Reihen- und Mehrfamilienhäuser um Themen der «Smart Energy» in den Wohnungsbestand und nicht ausschliesslich Neubaugebiete zu bringen.

Einbindung der Einwohnenden in Energiethemen von Morgen «auf Augenhöhe» und die Erprobung der Lösung im Quartier.

  • Projektträger: Stadtwerke St. Gallen, 9001 St. Gallen
  • Kosten: ca. CHF 250'000
  • Ersparnisse: Nicht genau bezifferbar
  • Potenzial: Eine weitere Verbreitung innerhalb der Stadt St. Gallen ist auch für andere Quartiere gegeben. Eine Bereitstellung der Lösung für andere Schweizer Städte bzw. Stadtwerke ist angedacht.
  • Partner: Stadt St. Gallen, Edion AG und die Quartierbewohnenden
  • Kontakt: Franz Osterkorn, Stadtwerke St. Gallen

Kategorie Projekt
Physischer und digitaler Dorfplatz für ein smartes Eschlikon

Die Gemeinde Eschlikon beabsichtigt zusammen mit Partnern ein  funktionierendes Coworking-Angebot im Charakter eines physischen Dorfplatzes zu lancieren. Dieser soll gleichzeitig mit einem digitalen Dorfplatz ergänzt werden. Dabei sollen die Verwaltung, die Gesellschaft und die Wirtschaft intelligent vernetzt werden, um die Entwicklung der Gemeinde mit der Bevölkerung voranzutreiben. Dies in einer kleinen Gemeinde, die über wenig eigene Ressourcen verfügt.

Themenfelder: Smart People, Smart Government, Smart Living

Ziele und Innovation

Aufbau Coworking-Betriebe (physischer Dorfplatz in den Räumen einer Bank), die zur Gemeindeentwicklung beitragen. Es geht darum, eine lokale Gruppe/Trägerschaft aufzubauen.

Etablierung eines cleveren Zusammenlebens in der Gemeinde. Es handelt sich um einen digitalen Dorfplatz, der Facebook und weitere Informationskanäle für die Eschlikoner und ihre Verwaltung ersetzen soll.

Einbindung von Inhalten und Resultaten weiterer Smart City Projekte, welche die Gemeinde Eschlikon vorantreibt.

  • Projektträger: Gemeinde Eschlikon, TG
  • Kosten: ca. CHF 100'000
  • Ersparnisse: Nicht genau bezifferbar. Coworking hat ein grosses Potenzial, die Mobilität zu reduzieren.
  • Potenzial: Die Erkenntnisse können in diversen weiteren Projekten verwendetwerden. Gleichzeitig werden sie in die Region getragen und können so ggf. ins Agglomerationsprogramm IV einflliessen.
  • Partner: VillageOffice Genossenschaft, Crossiety AG
  • Kontakt: Hans Mäder, Gemeindepräsident Eschlikon
  • Faktenblatt hier downloaden

Kategorie Projekt
Intermodales Mobilitätserlebnis am Rheinfall

Intermodale Mobilitätsdienstleistungen und Kundenlenkung sind ein zentrales Anliegen des modernen Mobilitätsmanagements und auch dieses Projekts. In Schaffhausen wird ein neues Mobilitätselement in eine bestehende Kette eingefügt und auf Praxistauglichkeit und Akzeptanz getestet. Es geht um eine Reise vom Bahnhof Schaffhausen, via Neuhausen mittels selbstfahrendem Shuttle und schliesslich dem Lift zum tieferliegenden Rheinfall, der ein Touristenmagnet der Schweiz ist. Durch die Abstimmung von Schnittstellen mittels Sensoren zwischen Lift und Shuttle soll der Aufzug mit dem laufenden ÖV-Betrieb gekoppelt werden. Das Projekt verbindet bereits existierende Elemente mit einer innovativen Sensorik. Durch Kommunikationsmassnahmen entlang der Verkehrskette wird der Passagier auf die Innovation aktiv aufmerksam gemacht und kann vom Zusatznutzen profi tieren. Rückmeldungen werden gesammelt und verarbeitet.

Themenfelder: Smart Mobility, Smart Energy and Environment, Smart Economy

Ziele und Innovation

Prüfung und Entwicklung neuer, ganzheitlicher Mobilitätslösungen an einem bestehenden Ort mit hohen Nutzerzahlen mittels eines neuen Moduls unter Einbindung verschiedenster Partner und neuer Technologieanwender.

  • Projektträger: Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH
  • Kosten: ca. CHF 130'000
  • Ersparnisse: bisher unbeziffert
  • Potenzial: nicht abschätzbar
  • Partner: AMoTech GmbH, Emch Aufzüge AG, Stadt Schaffhausen, Regional- und Standortentwicklung Kanton Schaffhausen
  • Kontakt: Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH; Christoph Wahrensberger
  • Faktenblatt hier downloaden

Kategorie Projekt
Innovation im Untergrund

Wenn es regnet, fliesst Abwasser (Mischwasser) entlang von unterirdischen Kanälen zur Abwasserreinigungsanlage. Dort wird dieses in Regenklärbecken gespeichert und vorbehandelt. Diese Becken haben aber nur eine beschränkte Kapazität, und wenn sie voll sind, muss Mischabwasser in die Gewässer eingeleitet werden. Das ist nicht erwünscht, und es gilt neue Lösungen zu finden. Hier setzte das Projekt aus St. Gallen an. Folgende Ziele sollten erreicht werden:

Optimale Bewirtschaftung der bestehenden Klärbecken
Es sollten mehr der verfügbaren Volumen zur Speicherung und Vorbehandlung von Mischabwasser aktiviert werden.

Management der Abwassermengen
Es sollten die notwendigen Mischabwasserentlastungen von den kleinen, sensiblen Bächen zu den grösseren, belastbareren Gewässern verschoben werden.

Echtzeit-Systembetrachtung und Steuerung
Während Regenwetter sollte unnötiges Pumpen von Mischabwasser vermieden werden.

Themenfelder: Smart Energy and Environment

Ziele und Innovation

Dank der modernen Messtechnologie und neuen Möglichkeiten der Informationsvernetzung wurde es möglich, mittels einer intelligenten Steuerung grosse Potentiale zu nutzen:

– Bessere Ausnützung der bestehenden Regenklärbecken (und Vermeidung von Neubauten)

– Entlastung der kleinen, sensiblen Bäche durch weniger Mischwasser (Gewässerschutz)

– Vermeidung von unnötigem Pumpen von Abwasser und Reduzieren des Energieverbrauchs

  • Projektträger: Stadt St. Gallen
  • Kosten: ca. CHF 100'000 für die Entwicklung der Steuerung und Software
  • Ersparnisse: Energiekosten CHF 12‘000 Jahr
  • Potenzial: In der Schweiz bestehen rund 900 Abwasserbetriebe, die ein ähnliches Potenzial aufweisen dürften.
  • Partner: Hunziker Betatech AG
  • Kontakt: Hanspeter Bauer, Entsorgung St. Gallen, Leiter Abwasserbetriebe
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